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Political Tech Summit 2026 - Key Takeaways

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  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wir waren als offizieller Partner beim Political Tech Summit und haben die Diskussionen rund um die Zukunft von politischer Kommunikation, Technologie und Demokratie live verfolgt.


Der Summit brachte Praktiker:innen, Strateg:innen und Vordenker:innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Forschung und Tech zusammen, mit einem gemeinsamen Fokus: Wie verändern KI, Plattformen und neue Medienlogiken politische Meinungsbildung, Kampagnen und demokratische Prozesse?


Für euch haben wir die zentralen Beobachtungen, Spannungsfelder und übergreifenden Erkenntnisse aus Panels, Inputs und Gesprächen zusammengefasst. Vor allem mit Blick auf das, was diese Entwicklungen konkret für politische Kommunikation heute und in den kommenden Jahren bedeuten.

 


1. Gen Z is the key

Ein wiederkehrendes Thema war die Rolle von Gen Z als demografischer und demokratischer Schlüsselfaktor:


  • Ihre Zukunft ist besonders betroffen durch KI (Arbeitsmarkt, Demokratie, Informationsräume)

  • Gleichzeitig ist sie die Generation mit der größten Mobilisierungs- und Gestaltungskraft

  • Medien- und KI-Kompetenzen sind jedoch stark ungleich verteilt


Gen Z darf nicht nur Zielgruppe von Aufklärungskampagnen sein, sondern muss aktiver Teil politischer Entscheidungsprozesse und Kommunikationsstrategien werden.

 

2. KI – nur mit Hintergrundwissen

KI wird bereits intensiv genutzt in der politischen Kommunikation. Gleichzeitig warnt der Summit vor falschen Erwartungen:


  • Die Grundlagen politischer Kommunikation müssen zuerst sitzen

  • Gute Tools kompensieren keine unklaren Botschaften

  • Ohne kritisches Denken besteht die Gefahr, Kommunikation zu automatisieren statt zu verbessern


Wer politische Kommunikation nicht versteht, wird KI nicht sinnvoll einsetzen können.

 

3. Realität, Manipulation und Vertrauen verschwimmen

Mehrere Panels thematisierten die zunehmende Unschärfe zwischen echter politischer Kommunikation und künstlich erzeugten Inhalten:


  • KI-generierte Inhalte lassen sich immer schwerer erkennen

  • Forderungen nach Kennzeichnung, Labels und Transparenz nehmen zu

  • Personalisierung wird immer mächtiger – KI „erinnert sich“ und beeinflusst Verhalten


Gleichzeitig hinkt Regulierung der technologischen Entwicklung hinterher, auch wenn sie das Spielfeld langfristig positiv verändern kann.

 

4. Politische Meinungsbildung findet in Alltagsräumen statt

Ein zentrales Learning:Politik wird heute nicht primär in politischen Räumen diskutiert.

Stattdessen:

  • in lokalen Gruppen

  • in Hobby- und Interessenscommunities

  • über nicht-politische Influencer:innen

  • in sozialen Medien, die nicht als „politisch“ wahrgenommen werden


Erfolgreiche politische Kommunikation versteht:

  • wann und wie politische Inhalte in diese Räume eindringen

  • warum kleine, engagierte Communities nachhaltiger wirken als große Reichweiten

  • dass Social-Media-Distribution Interesse folgt, nicht Autorität

 

5. Creator sind zentrale Vermittler politischer Inhalte

Creator übernehmen zunehmend die Rolle von:

  • Übersetzer:innen komplexer Inhalte

  • Vertrauensanker

  • Brücken zwischen Politik und Alltag


Diskutiert wurde:

  • Vertrauen entsteht, wenn man Creators Gestaltungsspielraum gibt

  • Zu viele Einschränkungen untergraben Glaubwürdigkeit

  • Parasoziale Beziehungen sind Realität – entscheidend ist Werte-Alignment, nicht Kontrolle


Nicht jede politische Organisation muss selbst Reichweite aufbauen, denn die Zusammenarbeit mit bestehenden Communities ist oft wirksamer.

 

6. Social Media ist nicht tot, aber anders relevant

Der Summit zeichnete ein differenziertes Bild:

  • Einzelne Plattformen verlieren an Bedeutung, andere gewinnen

  • Followerzahlen sind weniger relevant als algorithmische Logiken

  • Nicht jede Plattform muss bespielt werden


Besonders betont wurde:

  • TikTok und YouTube sind zentrale politische Informationsräume für junge Zielgruppen

  • Humor, Persönlichkeit und Vereinfachung sind kein Qualitätsverlust, sondern Zugangsbedingung

  • Progressive Akteure können den Wettlauf um KI-generierten Content nicht gewinnen – Authentizität bleibt der Vorteil

 

7. Regulierung ist kein Innovationshemmnis, sondern ein politischer Faktor

Große Zustimmung bestand darin, dass:

  • Öffentliche Unterstützung für Regulierung hoch ist

  • Tech-Regulierung zunehmend geopolitische Bedeutung hat

  • Unternehmen längst politische Akteure sind


Gleichzeitig wurde deutlich:

  • Technologie entwickelt sich schneller als politische Steuerung

  • Ein „Free-for-all“ bei KI ist real

  • Gesellschaften müssen lernen, Wissen zu teilen – nicht nur auf Bildungssysteme oder Regulierung zu warten

 

8. Technologie verstärkt bestehende Ungleichgewichte – Organisationen müssen reagieren

Der Summit machte auch strukturelle Herausforderungen sichtbar:

  • Institutionelle Prozesse bremsen Innovation

  • Europäische Tech-Lösungen sind oft unterfinanziert

  • Kleinere Organisationen sind agiler als große Apparate


Der Konsens: Die größte Gefahr ist nicht Scheitern, sondern langsamer Bedeutungsverlust.

 

9. Menschliches Urteilsvermögen bleibt entscheidend

Bei aller technologischen Dynamik war eine Botschaft eindeutig:

  • KI ist Werkzeug, nicht Akteur

  • Vertrauen, Werte und politische Urteilsfähigkeit bleiben menschliche Aufgaben

  • Technologie verstärkt Qualität – sie ersetzt sie nicht

 

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